{"id":190,"date":"2019-03-13T08:42:10","date_gmt":"2019-03-13T08:42:10","guid":{"rendered":"http:\/\/artig-anders.de\/?p=190"},"modified":"2019-03-23T09:38:39","modified_gmt":"2019-03-23T09:38:39","slug":"meine-depressionen-und-ich-teil-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/artig-anders.de\/?p=190","title":{"rendered":"Meine Depressionen und ich -Teil 4"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/artig-anders.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/4071785b-3de2-46c7-b2e0-8991d2c70c98.jpg?resize=229%2C304&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-109\" width=\"229\" height=\"304\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der innere Schmerz. Damit hatte ich einen neuen Ansatz. Wer die entscheidenden Personen diesbez\u00fcglich in meinem Leben waren, darauf kam ich ziemlich schnell. Meine Eltern! Meine Mutter ist gestorben, als ich knapp 20 Jahre alt war. Bis jetzt hatte ich gedacht, damit sei ein Haken hinter der Sache. Doch dem war nicht so. Versteht mich bitte nicht falsch, es geht hier nicht darum, \u00fcber Verstorbene schlecht zu sprechen. Doch der Tod alleine macht aus niemandem einen Heiligen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es steckt meist immer noch sehr viel Schmerz, Wut und Angst in einem, auch wenn es schon lange zur\u00fcckliegt und man es nicht in den Frieden gebracht hat. Ich hatte mir vor ca. 3 Jahren schon mal die Verstrickungen zu meiner Mutter vorgenommen. Habe alles rausgeschrieben, in Form von Arschengel-Briefen, so wie es Robert Betz in seinen B\u00fcchern und Vortr\u00e4gen oft erkl\u00e4rt. Das brachte mir schon enorm viel, doch ich hatte noch nicht alle Punkte ber\u00fccksichtigt.<br><br>Mit meiner damaligen besten Freundin war immer wieder meine Verbissenheit Thema. Einerseits positiv, da ich dadurch bereits vieles in meinem Leben erreicht habe und mich sprichw\u00f6rtlich gesehen immer wieder durchgebissen habe. Wenn ich beispielsweise Projekte angehe, wie Renovierungs-Arbeiten, oder wie schon beschrieben, allen das Gegenteil zu beweisen, dann verbei\u00dfe ich mich so sehr darin, dass ich keinerlei Ablenkung zulasse und so lange durchziehe, bis ich fast umfalle. Ich vergesse mich dann v\u00f6llig selbst!<br><br>Genau so war es ja auch zuletzt auf der Arbeit. Kopf runter, fokussieren, keine Ablenkung, bis das Ziel erreicht ist. Zwar hat man mich dann gefeiert und auch im Privaten h\u00f6re ich immer wieder, dass bewundert wird, was ich schon alles geschafft habe. Aber was ist der Preis daf\u00fcr? Momentan sind es seit 4 Jahren immer wiederkehrende Schmerzen, f\u00fcr die ich jedoch selbst verantwortlich bin. Aber dazu sp\u00e4ter mehr!<br><br>Wo sa\u00df nun der innere Schmerz? Der innere Schmerz liegt bei mir darin, dass ich in meinem Leben immer wieder verlassen wurde. Meine Mutter war seit meinem 6. Lebensjahr alkoholabh\u00e4ngig. Sie war emotional h\u00e4ufig abwesend, da sie zu sehr mit ihrer Krankheit besch\u00e4ftigt war. Sie war nicht sie selbst, denn Alkohol geh\u00f6rt nicht umsonst zu den bewusstseinsver\u00e4ndernden Drogen. Zun\u00e4chst hat sie mich somit emotional verlassen, sp\u00e4ter bei der Scheidung meiner Eltern dann physisch, da ich aufgrund ihrer Sucht bei meinem Vater geblieben bin. Sie musste vorher zur Reha, auch hier war sie einfach weg, ohne dass meine Eltern mit mir dar\u00fcber gesprochen haben. Kontaktverbot 3 Monate lang. Da war ich gerade mal 10. Mein Vater war emotional ebenfalls oft abwesend, weil es zu sehr weh tat. Dann starb meine Mutter als ich knapp 20 war an Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs. Wieder wurde ich verlassen. Knapp 10 Jahre sp\u00e4ter verlies mich auch mein Vater. Nicht v\u00f6llig, sondern nur r\u00e4umlich. Er wanderte aus nach Spanien und folgte damit seinem Traum.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem mir nun die <strong>Schmerzursache<\/strong>\u00a0klar war, kam die Frage auf, wo ich mich denn selbst immer wieder verlasse? Diese Sichtweise bezieht sich auf die Spiegelgesetze. Wie im Innen, so im Au\u00dfen. Hierbei geht es vor allem um Bewusstsein. Der k\u00f6rperliche Schmerz zeigt Dir letztlich, dass in Deinem Inneren etwas nicht im Frieden ist. Aus diesem Blickwinkel das Ganze f\u00fcr sich zu betrachten, h\u00f6rt sich vielleicht erstmal seltsam an. Doch ich glaube ganz fest daran, dass der seelische Zustand sich auch immer k\u00f6rperlich widerspiegelt. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte somit einen neuen Ansatz, mit dem ich f\u00fcr mich arbeiten konnte. An bestimmte Punkte kam ich jedoch alleine nicht ran, da man sich selbst nur schwer reflektieren kann. Somit braucht es in bestimmten Situationen einfach den Blick von au\u00dfen. Da ich im privaten Umfeld nicht mehr weiterkam, beschloss ich, mich wieder an meine damalige Therapeutin zu wenden. <\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:left\">Eine<em> &#8222;Hausaufgabe&#8220;<\/em> meiner Therapeutin sorgte vor Kurzem daf\u00fcr, dass mir wieder etwas durch das Visualisieren in Form von aufschreiben bewusst wurde. In mir hat sich ein sehr tief sitzender Glaubenssatz verankert. Dieser Glaubenssatz lautet: <br><strong>\u00a0             Ich kann mich auf niemanden verlassen und muss es alleine schaffen! <\/strong><br>Dieser aus meiner Kindheit stammende Glaubenssatz sorgt bis heute daf\u00fcr, dass ich mich zum Beispiel sehr schwer damit tue Hilfe an zu nehmen. Heute nicht mehr so schlimm wie fr\u00fcher, aber er beeinflusst mich bis heute. Und, erschwerend kommt hinzu, dass wenn ich dann Hilfe zulasse und die Sache anders gehandhabt wird, als ich es machen w\u00fcrde, bin ich entt\u00e4uscht! Resultat daraus ist dann h\u00e4ufig, dass ich wieder in mein altes Schema zur\u00fcckfalle. Du kannst Dich auf niemanden verlassen! Und somit frage ich dann nicht erneut, sondern mache es lieber selbst! <\/p>\n\n\n\n<p>Diese Geschichte hat mit dem inneren verletzen Kind in mir zu tun! Ein Ansatz, dem sich in meinem Umfeld bislang nur wenige \u00f6ffnen k\u00f6nnen. Und auch ich hatte anfangs meine Schwierigkeiten damit. Aber, es ist der Schl\u00fcssel zu ganz vielem! Um zu verstehen, weshalb man selbst in manchen Situationen so reagiert, wie man es eben tut. F\u00fcr mich ist dieses Bewusstsein sehr kostbar! Dadurch kann ich in diesen Punkten an mir selbst arbeiten. Denn diesen Anspruch habe ich an mich selbst! Zur Verarbeitung brachte mich ein tolles Buch einen Quantensprung weiter. Das Kind in Dir muss Heimat finden von Stefanie Stahl. Darin geht es unter anderem um Dein Schatten- und Dein Sonnenkind. In dem Arbeitsbuch dazu wird wieder mit Verbildlichung agiert. Es geht um Glaubenss\u00e4tze, die durch unsere kindliche Pr\u00e4gung so tief in uns sitzen, dass wir unbewusst immer wieder danach handeln. <\/p>\n\n\n\n<p>Der innere Schmerz, der in mir sa\u00df, kam durch eine Meditation sehr deutlich zum Vorschein. Es ging darum, sein inneres Kind zu treffen. Stell Dir eine Situation aus Deiner Kindheit vor. Bei mir war es eine Szene in der K\u00fcche meines Elternhauses. Ich war 7 oder 8 Jahre alt. Jeden Tag, wenn ich von der Schule nach Hause kam, hatte ich Angst. Angst, weil ich nie wusste, in welchem Zustand meine Mutter von der Arbeit kam. Manchmal, wenn ich vor ihr zu Hause war, habe ich mich im Haus auf die Suche nach verstecktem Alkohol gemacht. Wenn ich welchen fand, versteckt hinter Tellern und Tassen, habe ich ihn ausgekippt. So auch in dieser Szene. Meine Mutter kam dann nach Hause, sah, was ich getan hatte und wurde b\u00f6se. Es gab oft Streit deswegen und manchmal rutschte ihr auch die Hand aus. <\/p>\n\n\n\n<p>Nun sollte das Erwachsenen-Ich in diese Szene mit eingreifen. Ich sah mich im Alter von 7 oder 8 Jahren dort stehen. Weinend vor meiner Mutter, die w\u00fctend und entt\u00e4uscht von mir war, da ich ihren Alkohol ausgesch\u00fcttet hatte. Ich stand vor ihr und war steif vor Angst -konnte nicht handeln. Mein Erwachsenen-Ich ging auf mich zu, ging in die Knie, um mit mir auf Augenh\u00f6he zu sein, nahm mich in den Arm und sagte sehr liebevoll zu mir: Du bist jetzt nicht mehr alleine, ich besch\u00fctze Dich. Es wird alles gut! Ab diesem Zeitpunkt konnte ich meine Tr\u00e4nen nicht mehr zur\u00fcckhalten, sie liefen mir einfach nur noch \u00fcber die Wangen. Dabei empfand ich einen solchen Druck in meinem Kopf und meiner Brust, dass mir das Atmen schwer fiel. Es tat so unendlich weh! Und genau da war er, der innere Schmerz, der bis heute nicht verarbeitet war!!! <\/p>\n\n\n\n<p>Ich f\u00fchlte mich als kleines M\u00e4dchen oft so allein gelassen, unerw\u00fcnscht und ungeliebt. Mir fehlte die W\u00e4rme, Umarmungen und liebevolle Worte. Das Schlimmste war mit, dass ich ja mittlerweile selbst eine Tochter im fast gleichen Alter hatte. Das zerriss mir dann doppelt das Herz. Ich befand mich in dem Moment zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite mein kleines Ich, welches schutzlos dieser Situation ausgeliefert war und auf der anderen Seite mein Tochter, die hoffentlich nie eine solche Erfahrung machen muss. Denn durch so etwas kann eine kleine Seele brechen!<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dieser krassen Erfahrung, die ich zum ersten Mal in meinem Leben gemacht habe, ging es nun darum, dass Ganze erstmal zu verarbeiten und f\u00fcr sich selbst in den Frieden zu bringen. Dazu gibt es eine sch\u00f6ne Weisheit: Ohne Deine Vergangenheit bist Du frei! Ich hatte nun also verstanden, dass dieser tiefe Schmerz mein inneres Kind betrifft. Wie so eine Aufarbeitung aussehen kann, dazu mehr in einem meiner n\u00e4chsten Blog-Beitr\u00e4ge.<\/p>\n\n\n\n<p>Fortsetzung folgt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><br><br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der innere Schmerz. Damit hatte ich einen neuen Ansatz. Wer die entscheidenden Personen diesbez\u00fcglich in meinem Leben waren, darauf kam ich ziemlich schnell. Meine Eltern! Meine Mutter ist gestorben, als ich knapp 20 Jahre alt war. Bis jetzt hatte ich gedacht, damit sei ein Haken hinter der Sache. Doch dem war nicht so. Versteht mich &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-190","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-meine-depressionen-und-ich"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/artig-anders.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/190"}],"collection":[{"href":"https:\/\/artig-anders.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/artig-anders.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artig-anders.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artig-anders.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=190"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/artig-anders.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/190\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":318,"href":"https:\/\/artig-anders.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/190\/revisions\/318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/artig-anders.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=190"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/artig-anders.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=190"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/artig-anders.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=190"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}